Hinter den Kulissen
- 7. Mai
- 3 Min. Lesezeit

Seit der Gründung ist es uns Trostwerker*innen ein Anliegen, Bestattungsprozesse transparent und sichtbar zu machen. So haben wir auch regelmäßig Besuchsgruppen im Haus (Sterbebegleiter*innen in Ausbildung, Pflegepersonal, Schulklassen, Konfirmationsgruppen etc.).
Besucher*innen erhalten Einblick in die Arbeitsräume und -bereiche. Das besondere bei uns: Es ist alles unter einem Dach. Es gibt Zeit für alle Fragen und um eigene Bestattungs- oder Trauer-Erfahrungen auszutauschen.
Im April 2026 hatten wir Schüler*innen des Gymnasiums Eppendorf zu Besuch und möchten einige der Feedbacks, die wir erhalten haben, hier teilen:
[…] Da ich mit meiner alten Schule zuvor ein anderes Bestattungszentrum besucht habe, welches sehr steril und dunkel gestaltet war, fand ich es sehr schön, dass ich jetzt gelernt habe, dass dies nicht immer so sein muss und es auch Bestattungszentren gibt, die sich bewusst mehr Zeit (auch für die Verwandten) nehmen und wirklich darauf achten, wie es den Verwandten geht und wie sie ihnen am besten helfen können. Außerdem war es sehr schön für mich zu sehen, wie der Ablauf (von der Benachrichtigung des Trostwerks bis hin zur Bestattung) ist und die unterschiedlichen Bestattungsformen kennenzulernen. Mir ist durch den Besuch auch nochmal bewusst geworden, wie viel eigentlich möglich ist, also von dem Umgang mit den Verstorbenen bis hin dazu, dass man den Sarg sogar bemalen darf und auch andere Dinge, wie zum Beispiel das Lieblingsbuch, mit hineinlegen darf. […]
[…] Ich finde es auch sehr beruhigend zu wissen, dass man von Anfang an eine zuständige Person hat, die einen auf dem ganzen Weg begleitet und einem bei vielem die Last auch abnimmt. Außerdem fand ich die gesamte Atmosphäre sehr angenehm und herzlich. […]
[…] Die Führung und das Trostwerk an sich haben mich ziemlich beeindruckt. Die Bestatterin hat es geschafft eine zu erwartende trostlose Stimmung in eine eher positive, hoffnungsvolle Stimmung zu wandeln. Dem Respekt gegenüber den Toten wurde dabei durch die humorvollen Anekdoten nicht geschadet. Ich mochte das Konzept vom Trostwerk auch sehr gerne. Ich finde es wirklich wichtig und toll, dass sich so viel Zeit für jede einzelne Person genommen wird, alles ermöglicht wird, und dass das Trostwerk eine eher auflockernde, menschliche Einrichtung hat. Ich fand es auch gut, dass die Bestatterin sehr offen für Fragen war. Insgesamt wurde mein Interesse an dem Thema geweckt und die Führung hat mir die Angst vorm Sterben etwas genommen.
[…] Für mich war die Exkursion ins Trostwerk eine sehr spannende und auch in gewisser Weise angstnehmende Erfahrung. Es hat mich sehr berührt, wie viel Zeit und Mühe sowohl in die Betreuung der Toten, also auch in die Betreuung und in die sehr detaillierte Führung und Erklärung gegenüber unserer Gruppe, gesteckt wurde.
[…] Ich bin mit einem mulmigen Gefühl im Bestattungsinstitut angekommen. Doch als wir das Institut betreten hatten, änderte sich meine Meinung sofort. Es war eine gemütliche, unerwartete Atmosphäre. Unsere Begleiterin hatte uns sehr sympathisch empfangen und hatte einen emphatischen Eindruck. Ich hatte viele Fragen, die sie mir in Ruhe und verständlich erklärt hatte. Uns wurde der Prozess teilweise gezeigt und sehr detailliert beschrieben, was mich teilweise ein bisschen unwohl hat fühlen lassen. Doch insgesamt hatte ich ein überraschend wohles Gefühl vor Ort, vor allem, weil ich das Gefühl hatte, man sei hier gut aufgehoben. [
[…] Mir hat besonders gefallen, dass das Trostwerk einen besonderen Weg hat, den Prozess einer Beerdigung zu gestalten und den Menschen Zeit zum Trauern zu geben. Man konnte dem Trostwerk anmerken, dass sowohl die Angehörigen als auch die Verstorbenen für sie wichtig sind und dass sie beiden mit großem Respekt begegnen. Ich denke, diese Erfahrung ist für alle wichtig, da sie zeigt, wie es überhaupt ist, Abschied zu nehmen. Ich fand die Exkursion sehr spannend und auch interessant. Die Frau die alles geleitet hat war sehr nett und fand ich hat alles gut rübergebracht, so dass einem nicht langweilig wurde. Außerdem fand ich gut das man quasi alle Räume des Instituts gesehen hat und man so einen guten Eindruck vom Gebäude bekommen hat. Ich persönlich habe viel gelernt und finde das sollte jeder mal machen, da ich ein völlig falsches Bild hatte und ich es mir viel eintöniger und steril vorgestellt hatte. […]


