Das erste Weihnachten, der erste Jahreswechsel ohne Dich …

Für viele keine einfach zu nehmende Hürde. Ganz egal, wer im Jahresverlauf gestorben ist, an Weihnachtstagen, die in unseren Breitengeraden dem Zusammensein und der Besinnung gewidmet sind, und auch beim Jahreswechsel fehlt jemand. Trauernde sind diesem Gefühl verstärkt ausgesetzt.

 

Was tun? Vor allem sich vorher auseinandersetzen und sich fragen: Was will ich in diesen Tagen tun, was brauche ich, wer tut mir gut? Manche haben dazu eindeutige Gefühle, andere sind ratlos. Da kann es hilfreich sein, gemeinsam mit jemandem darüber nachzudenken.

 

Für einige ist es stimmig, sich in die GastgeberInnenrolle zu flüchten und sich so abzulenken. Für andere ist das undenkbar und belastend, sie brauchen eher das Aufgefangenwerden in einem vertrauten Kreis. Dabei ist klar, dass das Zusammensein die Traurigkeit und auch andere Gefühle nicht beseitigen kann. 

Es muss vielleicht eher darum gehen, die Trauer in das Fest einzubinden. Denn nur so kann auch das Feiern seinen Raum erhalten. 

 

Mitmenschen stehen oft etwas ratlos daneben. Da ist es gut, gemeinsam darüber nachzudenken, wie das erste Weihnachten oder das erste Silvester „ohne …“ sein kann. Hilfreich ist für viele, ihrem/r Verstorbenen an den Festtagen einen Platz einzuräumen. Vielleicht ein Foto mit einer Kerze davor aufstellen. Oder für den/die Toten den Tisch mitdecken. Manche singen oder spielen ein Lied für ihre Toten und kommen darüber noch einmal ins Gespräch 

miteinander. Andere brauchen mehr Bewegung und unternehmen Spaziergänge. Bei Schnee kann man symbolisch Schneebälle in die andere Welt werfen. Andere streuen Vogelfutter, schließlich sind die Vögel dem Himmel am nächsten, und nähren so ein Gefühl von Verbundenheit. Wieder andere schicken zu Silvester ihrem/r Verstorbenen eine Rakete gen Himmel.

Möglichkeiten gibt es viele und das Passende zeigt sich schon, wenn man erst einmal beginnt, darüber nachzudenken und zu reden. Und so können die Feiertage von einem bedrohlichen Ereignis, das man am liebsten überspringen würde, zu einem für alle vertieften Erleben werden. Denn nur da, wo das Traurige und Trauernde zuhause sein dürfen, können auch die Freude und das Glück Einzug halten.